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Definition "kindliches Einnässen" (Enuresis):

Die Enuresis wird definiert als eine normale Miktion, die zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort stattfindet.

Wichtig ist zu unterscheiden, ob es sich um reines nächtliches Einnässen, auch Bettnässen genannt, handelt oder ob das Kind sowohl tags, als auch nachts einnässt.Dann liegt eine kindliche Harninkontinenz vor.

Bis zum fünften Lebensjahr machen sich 25 Prozent der Kinder noch nass oder nässen immer mal wieder ein.
Statistiken besagen: Wenn ein Elternteil einnässt, nässen auch 44% der Kinder ein, wenn beide Eltern einnässen, sind es 77%.

Psychische Gründe sind eine Ausnahme. Sie spielen meist erst eine Rolle, wenn ein Kind schon mal sechs Monate trocken war.
Dann ist es möglich, dass eine Stresssituation, wie Scheidung der Eltern, Geburt eines Geschwisterkindes, Mobbing in der Schule, eine Mitursache für das Einnässen ist.

Ursachen des nächtlichen Einnässen:
  • Entwicklungsverzögerung der Blasenkontrolle.
  • Blase ist zu klein und kann nicht genug Urin speichern
    Altersentsprechender Normwert= AlterX30+30=Blasenvolumen in ml
  • Mangel an Antidiuretischen Hormon(ADH), welches den Wasserhaushalt steuert und dafür sorgt, dass der Körper nachts wenig Urin produziert.Dabei ist die nächtliche Urinproduktion höher als das mittlere Blasenvolumen.
    Altersentsprechender Normwert= AlterX30+30=Blasenvolumen in ml
  • Fehlender Weckreiz durch die volle Blase im Schlaf, auf Grund mangelnder Reifung der Nervenbahnen
  • Trinkgewohnheiten: Haupttrinkmenge liegt am Spätnachmittag oder Abend, Trinken die Kinder tagsüber zu wenig fehlt ein wichtiger Reiz, der die altersentsprechende Vergrößerung des Blasenvolumens anregt.

Ursachen der kindlichen Harninkontinenz:
  • Überaktive Blase, die Steuuerung der Blasenkontrolle ist noch nicht ausgereift
  • Sonderform "Lachinkontinenz", wobei es beim Lachen zu einer vollständigen Blasenentleerung kommt, betroffen sind meist 8-12 jährige Mädchen, verschwindet meist mit der Pubertät.
  • Blasenirritation
  • Blasenentleerungsstörungen
  • "Lazy bladder Syndrom", hervorgerufen durch langjähriges Vermeiden auf die Toilette zu gehen, dabei geht erst das Blasenfüllungsgefühl verloren und durch die ständige Überdehnung der Blase die Kraft der Blasenmuskulatur
  • Angeborene anatomische Störungen
  • Neurologische Störungen, z. B. Spina bifida
Das Wichtigste bei der Abklärung der Enuresis ist der Ausschluss urologischer, neurologischer oder psychatrischer Erkrankungen. Die Untersuchungen sind nicht schmerzhaft und nicht belastend für das Kind.

Therapiemöglichkeiten über Urotherapie:
  • Erstellung eines Blasen- und Trinkprotokolls
    d.h. jedes Wasserlassen und Trinken muß genau gemessen und ins Protokoll eingetragen werden.
  • In den Nächten sollten die Kinder eine Windel tragen, nächtliche Urinproduktion = (Windel nass - Windel trocken)+ erster Morgenurin
  • Blasentraining, d.h. Toilettengang alle 2 Stunden
  • Trinkplan, d.h. alle 2 Stunden 150-200 ml trinken
  • 2 Stunden vor dem zu Bett gehen keine Getränke, weil sonst die Flüssigkeit nachts ausgeschieden wird.
  • Kindgerechte Aufklärung über die Blasenfunktion und warum sie einnässen
Diese Maßnahmen sind bei einem Viertel der Kinder schon erfolgreich.

Sonst wird die Urotherapie durch Medikamente unterstützt, die entweder das Fassungsvermögen der Blase vergrößern(z.B.Spasyt, Lyrinel uno, Mictonetten) oder die Urinproduktion verringern(z.B. Minirin,Nocutil, Desmogalen.

Wird das Einnässen durch Harnwegsinfekte verursacht ist eine antibiotische Langzeittherapie Mittel der Wahl.

Alarmsysteme: Klingelhose oder Matten, die bei Feuchtigkeit alamieren können auch erfolgreich sein.

Biofeedbacktraining:Bei Koordinationsstörungen zwischen Blasen-und Beckenbodenmuskeln, lernt das Kind über visuelle Reize die Muskeln adäquat anzuspannen oder zu entspannen.

Wichtig: Geduld ein entscheidender Faktor.
Studien zufolge dauert es bei einer zu kleinen Blase im Schnitt bis zu zwei Jahren bis die Kinder mit Medikamenten trocken sind.

Der Hauptgrund, warum viele Therapien nicht erfolgreich sind, ist, dass das Blasentagebuch sträflich vernachlässigt und der eigentliche Grund für das Einnässen nicht erkannt wird.
weitere Infos:www.kontinenz-Gesellschaft.de

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